WDVS Fachwerkhaus

Frage: Ich habe nun schon viel gelesen, aber noch keine direkte Antwort auf mein spezielles Problem gefunden.
Ich habe die Fassade meines Fachwerkshauses mit einem WDVS vor ca. 1/2 Jahr dämmen lassen. Bei dem WDVS handelt es sich um Polystyrol, aber in einer angeblichen diffusionsoffenen Variante (µ=10). Leider musste ich jetzt feststellen, dass die Platten nur mit Klebepunkten befestigt wurden und die umlaufende Randwulst fehlt. Dies fiel mir am Anschluss zum Dachksten auf, bei dem ich hinter die Dämmplatten schauen konnte. Des weiteren kommt dazu, dass die Abstände zwischen Dämmplatte und Wand teilweise 8 cm beragen. Die bauausführende Firma will jetzt den oberen Abschluss mit WDVS Schaum ausschäumen und damit eine stehende Luftschicht hinter den Platten erreichen. Was halten Sie davon? Ist damit die Wärmedämmung gegeben? Wie verhält es sich mit Kondensation (Ich habe sowohl beheitzte, als auch unbeheizte Räume entlang einer Wand)?
Für Ihre Ausführungen danke ich Ihnen im voraus.

 

Antwort: Ich halte prinzipiell nichts davon, gerade ein Fachwerkhaus mit einem relativ dampfdichten WDVS zu überziehen, wie Sie hier in mehreren Artikeln nachlesen können.

 

Z.B. unter WDVS Fachwerk.

 

Es ist mir ein Rätsel, wie die Firma die Dämmplatten nur mit Klebepunkten anbringen konnte, die anscheinend an manchen Stellen 8cm von der Wand entfernt liegen. Genausowenig glaube ich, dass dann ausgerechnet diese "Fachleute" die Zwischenräume so verschließen werden, dass die Dämmwirkung anschließend wie gewünscht gegeben ist. Ganz abgesehen von meinen grundsätzlichen Zweifeln an diesem Vorschlag.

 

Ich würde vorschlagen, Sie ziehen einen Kollegen vor Ort zu Rate, lassen das Ganze mit dessen Hilfe richtig machen und jagen die Pfuscher vom Hof.

30. Jun 2010  Comments [2] | Email | Nach oben
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Ronny
Thursday, July 01, 2010 8:53 AM
Vielen Dank für die Antwort.

Ich habe auch große Zweifel an der Sanierungsmaßnahme. Wir werden jetzt wohl ein Gutachten von einem Sachverständigen erstellen lassen und dem entsprechend weiter vorgehen.
Anette
Wednesday, July 07, 2010 4:40 PM
Das ist ja ziemlich merkwürdig, dass sie sich offenbar nur zum Wärmeschutz im Fachwerkhaus gedanken machen und das aus gutem Grund. Haben Sie mal über den Brandschutz bei nur punktförmiger Befestigung der Dämmplatten nachgedacht? Da ist innerhalb von Sekunden die komplette Wärmedämmung inkl. Fachwerkhaus abgebrannt (dazu gibts auch Videos im Internet).

Ebenfalls halte ich eine solche Dämmung aus Polysterol (Excurs zum Material: Polystyrol (Kurzzeichen PS, gelegentlich auch Polystyren genannt) ist ein amorpher, transparenter Thermoplast. Polystyrol verbrennt mit leuchtend, gelber, stark rußender Flamme und einem blumigen, süßlichen Geruch nach Benzol. Die Dämpfe sollten nicht eingeatmet werden, sie sind möglicherweise gesundheitsschädlich, weil sie neben anderen Zersetzungsprodukten auch Styrol enthalten können. Bis 70° einsetzbar, wärmebeständig. Brennt gut mit stark rußender Flamme ohne abzutropfen)in einem Fachwerkhaus, mal abgesehen vom Brandschutz, für völlig unsinnig.
Solche Häuser wurden nicht umsonst aus Lehmwänden gebaut um eine möglichst 'difussionsoffene' Struktur zu haben.
In Ihrem Falle rate ich auch dringend einen Sachverständigen zu kontaktieren!

Gruß
Anette

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