GRZ durch Terrasse ueberschreiten

Frage: Wir haben im Jahr 2008 ein Haus gebaut und hatten uns einen Bauantrag vom Architekten stellen gelassen. Wir haben eine zulässige GRZ von 200 m², was im Bauantragsplan auch eingehalten war. Allerdings haben wir die Terrasse selbst gebaut und überschreiten nun die GRZ wg. der Terrasse um 28 m².

Kann es passieren dass wir die betonierte Terrasse nochmal abreißen müssen ?

 

Antwort: Davon ist nicht auszugehen.

 

Streng genommen gehört die Terrasse natürlich zur GRZ. Dies wird aber von vielen Baurechtsämtern unter den Tisch fallen gelassen.

 

Falls nun doch einer draufkommt, dass Sie mit der Terrasse die GRZ überschreiten, glaube ich nicht dass Sie sie zurückbauen müssen.

 

Sie müssen dann eben nachträglich einen Antrag auf Befreiung stellen. Dieser wird Sie je nach Gemeinde dann mehr oder weniger Geld kosten.

 

Frage: erst mal vielen Dank für Ihre Antwort. Mittlerweile haben sich nach näherem Nachforschen innerhalb des Bebauungsplans und dessen Textfestsetzungen zu dem Thema GRZ einige interessante Zusatzpunkte herauskristallisiert:

 

- Innerhalb der Textfestsetzungen wurde der §19 der Bau - NV außer Kraft gesetzt, d.h. das Überschreiten der GRZ durch Garage und deren Zufahrt um bis zu 100 m² wurde einfach gestrichen. (geht das überhaupt ?)

 

- Die etwas unübliche Begrenzung (meines Erachtens) der GRZ auf 200 m² (egal ob 500 oder 1500 m² Grundstücksfläche) beruht wohl auf der Tatsache, dass die im Bebauungsplan angedachte Versickerung des Niederschlagwassers bei einer Bodenklasse mit kf = 10 hoch -8 eher nicht funktioniert.

Darf die Stadtplanung hier überhaupt eine Versickerung vorschreiben ? (ein Regenwasserkanal liegt bislang keiner)

 

Nochmals danke für Ihre Hilfe

 

Antwort: Die Gemeinde kann schon vorschreiben, auf welche Weise das Regenwasser in einem Baugebiet entsorgt wird.

 

Ebenfalls kann sie vom §19 BauNVO abweichende Bestimmungen bzgl. Garagen, Zufahrten, Nebenanlagen etc. im Bebauungsplan festsetzen.

 

Dies steht in der BauNVO unter

 

§ 19 Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche

 

(4) Bei der Ermittlung der Grundfläche sind die Grundflächen von

 

1. Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten,

2. Nebenanlagen im Sinne des § 14,

3. baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird,

 

mitzurechnen. Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen der in Satz 1 bezeichneten Anlagen bis zu 50 vom Hundert überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Grundflächenzahl von 0,8; weitere Überschreitungen in geringfügigem Ausmaß können zugelassen werden. Im Bebauungsplan können von Satz 2 abweichende Bestimmungen

getroffen werden. Soweit der Bebauungsplan nichts anderes festsetzt, kann im Einzelfall von der Einhaltung der sich aus Satz 2 ergebenden Grenzen abgesehen werden

 

1. bei Überschreitungen mit geringfügigen Auswirkungen auf die natürlichen Funktionen des Bodens oder

2. wenn die Einhaltung der Grenzen zu einer wesentlichen Erschwerung der zweckentsprechenden Grundstücksnutzung führen würde.

 

BauNVO und mehr finden Sie unter Downloads.

21. Mar 2010  Comments [1] | Email | Nach oben
Kategorie:  | 
Hans Meier
Sunday, 24 July 2016 23:44
Einen wunderschönen guten Tag,

wir stehen aktuell in der Planungsphase, zwecks EFH. Das Grundstück ist ca. 771qm groß/klein. Das Haus ist 10,49 x 12,03m, mit einem SAtteldach 45°. Rechts am Haus ist die Garage, mit einem Satteldach 45°: 5,75 x 10,49m Außenmaß.
GRZ beträgt bei uns im Baugebiet für das Hauptgebäude 0,25, Nebengebäude 0,40.
Aktuell überschreiten wir die GRZ 0,25, wenn man den Raum über der Garage hinzurechnet, bzw. diesen als Aufenthaltsraum deklariert.

Meine Frage hierzu wäre folgende:
Laut §19 BauNVO (gilt diese auch für NRW?) darf ich doch 50% überschreiten.
Ist das so, dass ich es bereits bei der Planung / Neubau überschreiten darf, oder betrift dieses bei späteren Umbaumaßnahmen, wenn man z.B. über der Garage den Raum zu Wohnzwecken (Single Wohnung) nutzen möchte?

Darüber hinaus meine zweite Frage:
Laut Bauamt bei uns im Ort, sieht er aktuell in der Vorderansicht keinen Unterschied zwischen Hauptgebäude (Haus) und Nebengebäude (Garage), da beide auf gleicher Höhe (First u. Neigung) ist, auch wenn die Garage um ca. 1m. nach hinten versetzt wurde.

Muss es den wirklich einen Optischen Unterschied in der Frontansicht geben?

Ich danke Ihnen herzlichst für Ihr Feedback!

Mit besten Grüßen

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